Frühstück in dem noch recht unbelebten Bankenviertel Santiagos. War ja auch noch saufrüh, zumindest für uns Studenten. Aber 3h später hat man die Straße vor lauter Menschenmassen gar nicht wiedererkannt!
Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, klarer Himmel und strahlender Sonnenschein, sodass man von dem Park mitten im Zentrum, der auf einen großen Hügel gelegen ist, einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt hatte. Von da oben wurde ziemlich schnell klar, dass es sich bei Santiago um eine Weltmetropole handelt.
Besonderheiten an Santiago: Hinter der Skiline erkennt man bei klarem Wetter die schneebedeckten Gipfel der Anden. Leider kommt das in den Fotos nicht so schön raus, aber wir hatten eine traumhafte Aussicht an dem Tag. Ein weiteres Merkmal: die hellbraune Smogglocke, die über der Stadt hängt. Auch die konnten wir deutlich erkennen.
Im Endeffekt gingen die 32 Stunden relativ schnell um. Die Busse waren sehr bequem und man konnte recht bequem schlafen. Ansonsten sich mit lesen, Tagebuch schreiben oder Filme gucken die Zeit vertreiben. Es gab sogar was zu essen, ungewöhnlich war nur, dass gegen 11 Uhr abends alle Schlafenden nochmal aufgeweckt wurden und ein Lunchpacket in die Hand gedrückt bekamen. Tja, in den südlichen Ländern isst man später Abendbrot als bei uns...
Dann, Dienstag Mittag, endlich die Ankunft in San Pedro! Viel schicker als die Dörfer aus Wellblechhütten an denen wir vorbeigefahren sind. Wirklich sehr touristisch: San Pedro besteht nur aus Jugendherbergen und Hotels, Restaurants, Mini-Supermärkten und Reiseagenturen. Aber es hatte Wüsten-Flair und einen hübschen Platz im Zentrum. Wir haben uns sogar die Kirche von innen angeschaut, durften aber kein Foto machen. So was hab ich auch noch nich gesehen: Jesus, Maria und andere Ikonen als Stoffpuppen, alles total bunt und übertrieben ausgeschmückt. Weiß nicht ob die einfach viel kitschiger hier sind oder ob dies einfach die billigste Lösung ist und für mehr fehlt einfach das Geld.
Unser Hostel, rausgeputzt für den Nationalfeiertag.
Kaum ne halbe Stunde angekommen, gings los auf die erste Tour: Sonnenuntergang in der Salzwüste. Aber zuerst ein Stopp bei einer kleinen Oase.
Kleine Pflanzenwelt im Niemandsland
Die Salzwüste - "Salar de Atacama"
Dieser Ort, an dem man kein Leben vermuten würde und weit und breit kein grünes Blättchen finden wird, ist ein wahres Paradies für Flamingos.
Nach 5 kurzen Stunden Schlaf, zur Abwechslung mal in einem richtigen Bett, ging am Mittwoch um 4 Uhr morgens die nächste Tour los. Zwei Stunden wackelige Busfahrt zu den Tatio-Geysiren, auf 4000m Höhe. Zu dieser frühen Uhrzeit herrschten noch Minusgrade. Trotz allem hab ich mich relativ fit gefühlt.
Ein 40-Seelen Indianer Dorf mitten in der Wüste. Auf jedem Dach ist eine Solarzelle angebracht.
Zum Indianerdorf zugehörige Llamas.
Ein Stück weiter: Freilebende "Vincunas", die wilden, weniger wolligen Vorgänger der domestizierten Llamas
Donnerstag haben wir dann mal ausgeschlafen und uns ein bisschen entspannt. Und völlig verplant dass alle Touren ins Mondtal um 15 Uhr losgingen, was wir dann leider verpasst haben... Weil wir uns das trotzdem nicht entgehen lassen wollten, haben wir uns ein Taxi genommen und sind damit durch das Wüstenzahl gefahren. Kostete zwar das Doppelte, aber wir konnten es uns immer noch locker leisten (statt etwa 8€ haben wir im Taxi 15€ gezahlt)
Von wegen einsame Wüste! Hier sitzen die Touristen wie die Hühner auf der Stange um sich den Sonnenuntergang anzuschauen.
Weil all die schönen Fotos die faszinierenden Landschaften leider nicht richtig wiedergeben können, hab ich es hier mal mit einem Video versucht:
Kleiner Junge im traditioneller Kleidung fürs Rodeo.
Freitag gings dann auch schon wieder zurück. Gerne wären wir noch ein bisschen geblieben. Aber Concepción hat auch seine Vorteile. Zum Beispiel Vegetation und Luftfeuchtigkeit ;-)
Ein letzter Zwischenstopp in La Serena, eine sehr hübsche Stadt an Meer, dann gings zurück in unsere momentane Heimatstadt. Das viele Busfahren hat sich total gelohnt und ich bin wirklich froh, dass es geklappt hat mit dieser unvergesslichen Reise!

