Dienstag, 23. September 2008

Reise in die Atacama-Wüste

Anlässlich des chilenischen Nationalfeiertages am 18. September (Unabhängigkeit von Spanien) hatten wir eine ganze Woche frei und Doro, Peter und ich haben uns ziemlich spontan entschlossen die Zeit zu nutzen für eine Fahrt Richtung Norden. Reiseziel: San Pedro de Atacama, ein kleiner Touristenort mitten in der trockensten Wüste der Welt, etwa 32h Busfahrt von Concepción entfernt.



Unsere Reise begann am Sonntag, den 14. September, kurz vor Mitternacht (um genau zu sein war die offizielle Abfahrtzeit des Buses 23:59 Uhr. Wir wissen auch nicht was sich die Chilenen dabei gedacht haben). Die ersten 6 1/2h Fahrt haben wir mehr oder weniger fest geschlafen, und schnell wie der Blitz waren wir auch schon morgens halb sieben in Santiago, wo wir 6h Aufenthalt hatten und uns ein bisschen die Stadt angeschaut haben. Das war schon mal echt spannend für mich, da ich bisher nur Flughafen und Busbahnhof der chilenischen Hauptstadt kannte. Aber das wichtigste war erst mal das Frühstücken ;-)







Frühstück in dem noch recht unbelebten Bankenviertel Santiagos. War ja auch noch saufrüh, zumindest für uns Studenten. Aber 3h später hat man die Straße vor lauter Menschenmassen gar nicht wiedererkannt!



Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, klarer Himmel und strahlender Sonnenschein, sodass man von dem Park mitten im Zentrum, der auf einen großen Hügel gelegen ist, einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt hatte. Von da oben wurde ziemlich schnell klar, dass es sich bei Santiago um eine Weltmetropole handelt.



Besonderheiten an Santiago: Hinter der Skiline erkennt man bei klarem Wetter die schneebedeckten Gipfel der Anden. Leider kommt das in den Fotos nicht so schön raus, aber wir hatten eine traumhafte Aussicht an dem Tag. Ein weiteres Merkmal: die hellbraune Smogglocke, die über der Stadt hängt. Auch die konnten wir deutlich erkennen.



Spaß im Bus


Im Endeffekt gingen die 32 Stunden relativ schnell um. Die Busse waren sehr bequem und man konnte recht bequem schlafen. Ansonsten sich mit lesen, Tagebuch schreiben oder Filme gucken die Zeit vertreiben. Es gab sogar was zu essen, ungewöhnlich war nur, dass gegen 11 Uhr abends alle Schlafenden nochmal aufgeweckt wurden und ein Lunchpacket in die Hand gedrückt bekamen. Tja, in den südlichen Ländern isst man später Abendbrot als bei uns...



Dann, Dienstag Mittag, endlich die Ankunft in San Pedro! Viel schicker als die Dörfer aus Wellblechhütten an denen wir vorbeigefahren sind. Wirklich sehr touristisch: San Pedro besteht nur aus Jugendherbergen und Hotels, Restaurants, Mini-Supermärkten und Reiseagenturen. Aber es hatte Wüsten-Flair und einen hübschen Platz im Zentrum. Wir haben uns sogar die Kirche von innen angeschaut, durften aber kein Foto machen. So was hab ich auch noch nich gesehen: Jesus, Maria und andere Ikonen als Stoffpuppen, alles total bunt und übertrieben ausgeschmückt. Weiß nicht ob die einfach viel kitschiger hier sind oder ob dies einfach die billigste Lösung ist und für mehr fehlt einfach das Geld.




Ankunft in San Pedro, 30 Grad in der Sonne




Unser Hostel, rausgeputzt für den Nationalfeiertag.




Kaum ne halbe Stunde angekommen, gings los auf die erste Tour: Sonnenuntergang in der Salzwüste. Aber zuerst ein Stopp bei einer kleinen Oase.

Kleine Pflanzenwelt im Niemandsland

Abstieg in die grüne Schlucht

Atacama, die trockenste Wüste der Welt... ;-)


Die Salzwüste - "Salar de Atacama"







Dieser Ort, an dem man kein Leben vermuten würde und weit und breit kein grünes Blättchen finden wird, ist ein wahres Paradies für Flamingos.







Nach 5 kurzen Stunden Schlaf, zur Abwechslung mal in einem richtigen Bett, ging am Mittwoch um 4 Uhr morgens die nächste Tour los. Zwei Stunden wackelige Busfahrt zu den Tatio-Geysiren, auf 4000m Höhe. Zu dieser frühen Uhrzeit herrschten noch Minusgrade. Trotz allem hab ich mich relativ fit gefühlt.






Entspannung in heißen Thermen.

Ein 40-Seelen Indianer Dorf mitten in der Wüste. Auf jedem Dach ist eine Solarzelle angebracht.

Zum Indianerdorf zugehörige Llamas.


Ein Stück weiter: Freilebende "Vincunas", die wilden, weniger wolligen Vorgänger der domestizierten Llamas








Programmpunkt für den Nachmittag: Ausritt durch ein Wüstental. Peter und ich in unseren Cowboy-Outfits







Ist er nicht süß??

Donnerstag haben wir dann mal ausgeschlafen und uns ein bisschen entspannt. Und völlig verplant dass alle Touren ins Mondtal um 15 Uhr losgingen, was wir dann leider verpasst haben... Weil wir uns das trotzdem nicht entgehen lassen wollten, haben wir uns ein Taxi genommen und sind damit durch das Wüstenzahl gefahren. Kostete zwar das Doppelte, aber wir konnten es uns immer noch locker leisten (statt etwa 8€ haben wir im Taxi 15€ gezahlt)

Abstrakte Felsformationen im "Valle de la Luna" (Tal des Mondes). Das Tal heißt so, weil man sich fühlt als wär man auf dem Mond. Hier stehen wir vor den "Drei Marias"



Von wegen einsame Wüste! Hier sitzen die Touristen wie die Hühner auf der Stange um sich den Sonnenuntergang anzuschauen.


Unser Taxi. Der Fahrer hat in weiser Voraussicht sein normales Auto durch einen Jeep ersetzt. Die 2 Nationalflaggen auf der Motorhaube sind ín dieser Woche natürlich Pflicht.

Weil all die schönen Fotos die faszinierenden Landschaften leider nicht richtig wiedergeben können, hab ich es hier mal mit einem Video versucht:







Abends: Barkeeper im Patriotenoutfit. Die Chilenen scheinen ihr Land sehr zu lieben.

Kleiner Junge im traditioneller Kleidung fürs Rodeo.


Chilenische Feiertagsspezialitäten: Chicha (noch nicht ganz fertig gegorener Rotwein) und Fleischspieße vom Grill



Freitag gings dann auch schon wieder zurück. Gerne wären wir noch ein bisschen geblieben. Aber Concepción hat auch seine Vorteile. Zum Beispiel Vegetation und Luftfeuchtigkeit ;-)





Hauptplatz in La Serena

Ein letzter Zwischenstopp in La Serena, eine sehr hübsche Stadt an Meer, dann gings zurück in unsere momentane Heimatstadt. Das viele Busfahren hat sich total gelohnt und ich bin wirklich froh, dass es geklappt hat mit dieser unvergesslichen Reise!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Fotos sind ja echt der Hammer!!! Will auch reisen :-)
Wünsch dir wieder nen guten Start in den Unialltag!

Anonym hat gesagt…

Hallo Mandy,

durch Zufall bin ich auf Deinen blog gelangt. Die Photos und Reportagen aus Chile sind echt faszinierend! Damit noch mehr Leute in den Genuß Deiner schönen Photos kommen, habe ich bei der Reisecommunity trivago einen Link zu Deinem blog gesetzt :-)
Schau doch mal vorbei bei trivago, man kann dort mit seinen Reiseerfahrungen sogar ein wenig Geld verdienen, in erster Linie aber sehr viel Spaß haben :-)

Liebe Grüße
Tatjana